Welchen Fertighausanbieter sollte man wählen ?

Diese Frage stellten wir uns auch im Mai 2016 als wir unter 500 Fertighausanbietern die Auswahl hatten. Zu aller erst sollte man sich ein Bild machen, welche Leistungen angeboten werden. Dazu ist es am besten in eine der Fertighausausstellungen in der Nähe zu gehen, um sich einen ersten Eindruck zu machen. 

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Dort wird meist die erste Vorauswahl getroffen. Anzumerken ist hierbei, dass wir nicht vor Ort mit einem der Berater einen Termin gemacht haben, sondern immer über die Webseite des Anbieters gegangen sind. Warum ?  Die Berater in den Fertighäusern sind nicht unbedingt aus der Gegend der potentiellen Käufer sondern aus einer ganz anderen Ecke. Und somit ist der potentiell nächstgelegene Berater vielleicht gar nicht der Ansprechpartner. Am Beispiel Finger Haus können wir das erklären:  Als wir in Fellbach waren hatten wir Kontakt zu einem Berater aus Winnenden ( ca. 40 Kilomenter von uns entfernt ). Über die Website angefragt meldete sich ein Berater aus dem Nachbarort, da ist die Kommunikation aufgrund der kurzen Wege sicher leichter.

Machen Sie sich aber zuerst einen Eindruck des Musterhauses, das spiegelt die Firma und deren Qualität wieder. Schauen Sie hinter die Kulissen wie z.B. in den Technikraum, schauen Sie auf Details, schauen Sie auf den Wandaufbau und alle anderen Kleinigkeiten. Das wird sicher nicht Ihr letzter Besuch dort sein. 

Nachdem Sie sich ein Bild gemacht haben, geht es an den Kontakt mit dem Berater. Das ist / war für uns sehr wichtig, da hier die Chemie stimmen muss. Der Berater ist ihr Begleiter durch den ganzen Prozess. Aber lassen Sie sich nicht von Aussagen blenden, denn auch die Fertighausberater sind Verkäufer und arbeiten sehr stark auf Provisionsbasis. Lassen Sie sich ein Bau- und Leistungsbeschreibung geben und lesen Sie diese durch und zwar genau. Was ist im Angebot enthalten und was nicht und was fehlt Ihnen ? Teilweise wird versucht die Bau- und Leistungsbeschreibung erst nach Vertragsunterschrift herauszugeben. Lassen Sie sich nicht auf diese Spielchen ein. Die Bau- und Leistungsbeschreibung ist immer ein Teil des Vetrags.

Aus unserer Erfahrung können wir auch sagen, dass es Sinn macht, diesen Bau- und Leistungsbeschreibung von einem Bausachverständigen prüfen zu lassen, aber erst dann wenn Sie alle anderen Punkte mit dem Berater geklärt haben. Dieser Bausachbverständige findet immer noch Punkte die wichtig sind, die vielleicht nachgefragt werden müssen oder eben einfach unklar sind oder fehlen. Einen Bausachverständigen oder einen Anwalt für Baurecht findet man am besten über den Bauherren Schutzbund.

Hier ein Auszug aus der aktuellen OKAL Bau- und Leistungsbeschreibung ( Stand März 2017 )

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Nachdem eine grundlegende Einigung erzielt wurde, wäre sehr wichtig ob der Hausbauer eine Bürgschaft ausstellt. So zum Beispiel eine Hausfertigstellungsbürgschaft, damit Sie sicher sein können, dass Ihr Traumhaus auch gebaut wird. Diese Bürgschaft sollte eine Bank ausgestellt haben und es sollte nicht die Firma selbst mit ihrem Kapital dafür haften. Zusätzlich sollten Sie aber immer im Bundesanzeiger schauen, wie es um die Hausbaufirma bestellt ist. Dort sind aktuelle Geschäftszahlen veröffentlicht. Notfalls lassen Sie diese durch einen Fachmann anschauen. Sollten Sie nach Einsicht der Zahlen Bedenken haben, dann bauen Sie lieber mit diesem Hausbauer nicht. Jedes Jahr gehen etwas 5 % der auf dem Markt sich befindenden Hausbauer insolvent. 

Wichtig für die Entscheidung ist auch der Bauwerkvertrag. Dieser beinhaltet zumeist nicht viele Angaben zum Haus sondern verweist auf das Angebot und die Bau- und Leistungsbeschreibung. Der Zahlungsplan ist hier aber sehr entscheidend. Dieser sollte nach Baufortschritt sein, so dass Sie erst die Zahlung leisten, wenn die Arbeit getan ist. Die problematische Stelle ist immer der Beginn und das Ende. Zum Start sollten die 5 % der Hausbausumme erst bezahlen wenn das Baugesuch eingereicht wurde. Am Ende sollten Sie noch min. 10 % übrig haben bei Hausübergabe so dass eventuelle Einbehalte für den Innenausbau getätigt werden können. Einige Firma lassen aber keine Verhandlungen beim Zahlungsplan zu. 

S0 oder so ähnlich sehen die Zahlungsbedingungen aus:

Am Ende des Tages haben Sie sicher viel gelesen und geprüft. Eine 100 % Sicherheit gibt es dabei aber trootzdem nicht. Verlassen Sie sich natürlich nicht auf Ihr Bauchgefühl sondern auf harte Fakten. Haben Sie Bedenken, unterschreiben Sie nichts.

Interessant ist auch noch verschiedene Baublogs von anderen Hausbauern zu lesen. Da liest man zwischen den Zeilen doch das ein oder andere heraus und kann auch gg. mal nachfragen. Auch diverse Hausbau-Foren helfen hier und da bei Fragen weiter. Je mehr man sich aber informiert, desto mehr Informationen in alle Richtungen erhält man. 

 

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